Das Spiel der letzten Chance

Rugby-EM: Deutschland muss in der Schweiz gewinnen, sonst ist der Abstieg besiegelt

Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft hat die Wahl. Sollte das Team von Nationaltrainer Mark Kuhlmann (Heilbronn) am Samstag (7. März) um 13 Uhr in Yverdon-les-Bains gegen die Schweiz gewinnen, ist der Klassenverbleib in der Division 1 der Europameisterschaft noch möglich. Sollten die Deutschen aber verlieren, wären sie schon vor dem finalen Spieltag am 15. März in Madrid abgestiegen, da die Schweiz das Vorrundenspiel 2025 in Heidelberg mit 20:17 Punkten gewonnen hatte.

„Diese Niederlage tut uns sehr weh und ist mir bis heute unbegreiflich“, sagte Mark Kuhlmann gestern. Er sagt aber auch: „Wenn wir die Schweizer diesmal nicht schlagen, haben wir es auch nicht verdient, in der Division 1 zu spielen.“ Im Falle eines Misserfolgs müssten die Deutschen in der nächsten Saison in der Division 2 spielen, in der einen Spieltag vor Schluss Tschechien mit 18 Punkten vor Polen (16) führt. Schweden, Kroatien, Dänemark und Litauen spielen keine Rolle mehr.

Eigentlich hatten die deutschen Trainer vor, am Samstag im Stade Municipal von Yverdon, einem knapp 31000 Einwohner zählenden Kurort am Neuburgersee im Kanton Waadt, die beste Mannschaft aufzubieten. In der Tat ist Zweite-Reihe-Stürmer Eric Marks vom französischen Zweitliga-Spitzenreiter RC Vannes erstmals in dieser EM-Saison dabei, und auch Hakler Mika Tyumenev vom CA Castelsarrasain, der seine internationale Laufbahn vor Jahresfrist eigentlich beendet hatte, feiert auf Bitten Kuhlmanns ein Comeback. „Leider haben Hakler Andrew Reintges vom Heidelberger Ruderklub und Flankenstürmer Shawn Ingle aus Maidenhead beim letzten Spiel in Belgien Gehirnerschütterungen erlitten, weshalb wir sie ersetzen müssen“, erläutert Kuhlmann.

Der Einsatz des mächtigen Pfeilers Julius Nostadt vom französischen Zweitliga- Tabellendritten Provence Rugby ließ sich hingegen nicht realisieren. Außerdem muss die deutsche Mannschaft auf den starken Innendreiviertel John Dawe verzichten. Dawe ist Sportlehrer auf der Kanalinsel Guernsey und hat am Wochenende eine schulische Verpflichtung.
„Dennoch haben wir eine konkurrenzfähige Mannschaft, wenngleich die Schweiz aufgrund des Heimvorteils leicht favorisiert ist“, sagt Mark Kuhlmann, den der jüngste 29:23-Sieg der Eidgenossen über die Niederlande nicht überrascht hat: „Ich habe ein solches Ergebnis für möglich gehalten, und wir wissen natürlich, dass Verbindungshalb Jules Porcher der Dreh- und Angelpunkt der Schweizer Mannschaft ist.“

Im Sechs-Nationen-Turnier wird das erste Match des vierten Spieltages bereits am Freitag um 21 Uhr ausgetragen, wenn Irland in Dublin auf das noch sieglose Wales trifft. „Es wäre ein großer Fehler, die Waliser zu unterschätzen“, warnt Irlands Flankenstürmer Josh van der Flier.
Auf den ungeschlagenen Spitzenreiter Frankreich wartet am Samstag um 15 Uhr auf dem Murrayfield von Edinburgh eine schottische Fünfzehn, die zu allem fähig ist. Die völlig verunsicherte englische Mannschaft möchte am Samstag um 17.30 Uhr im Olympiastadion von Rom eine weitere Schmach vermeiden. Ob’s gelingt?

Am Freitag um 19 Uhr lädt das Deutsche Rugby-Sportmuseum in der Heidelberger Tiergartenstraße 7b zu einem Liederabend ein. Das Duo „The Fifty Twenty Two“ singt und spielt die größten Rugby-Hits aller Zeiten im Kulturzentrum des Rugbysports. 

Europameisterschaft, Division 1, Samstag, 13 Uhr: Schweiz – Deutschland (live bei Pro7Maxx).
Sechs-Nationen-Turnier,
Freitag, 21 Uhr: Irland – Wales;
Samstag, 15 Uhr: Schottland – Frankreich; 17.30 Uhr: Italien – England (alle live bei Pro7Maxx).

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