Der Vorstand tagt am 14. September 2019

Der Vorstand der „Freunde der deutschen Rugby-Nationalmannschaft e.V.“ hält eine Sitzung ab, die am 14. September 2019 um 15.30 Uhr im Deutschen Rugby-Sportmuseum in Heidelberg stattfinden wird. Der Vorstand wird dabei über Werbemaßnahmen, erste Fördermaßnahmen in der Saison 2019/20 und die Bestellung eines neuen Webmasters entscheiden.

In Namibia viel gelernt

Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft unterlag in Windhuk mit 20:58

von Matthias Hase

In der Weltrangliste trennen beide Mannschaften lediglich vier Plätze. Doch auf dem grünen Rasen ließ der Weltranglisten-22. Namibia der deutschen Rugby-Nationalmannschaft keine Chance. Am Mittwochabend setzten sich die „Welwitschias“ in Windhuk deutlich mit 58:20 (36:6) gegen die Fünfzehn des Deutschen Rugby-Verbandes (DRV) durch. Der Mannschaft von Nationaltrainer Kobus Potgieter (Heidelberg) bleibt nur der schwache Trost, im dritten Vergleich gegen den fünfmaligen WM-Teilnehmer nach 1990 in Windhuk (7:54) und 1999 in Gera (13:79) das bisher beste Ergebnis erzielt zu haben.

Die DRV-Auswahl benötigte 20 Minuten, bis sie mehr schlecht als recht in die Partie fand. Bis dahin stand ihre Defensive gegen den körperlichen starken Gegner zu unorganisiert. Zudem verursachte die Mannschaft in der Vorwärtsbewegung zu viele Ballverluste. Die Folge waren zwei heraus gefangene Bälle, die Namibia zu zwei erhöhten Konterversuchen in das deutsche Malfeld trug und auch sonst jede Konterchance in Punkte umwandelte. Und auch im Gassenspiel spielte Namibia seine körperliche Überlegenheit aus und fischte die Bälle aus der Luft, um immer wieder eigene Angriffe zu starten. So konnte die deutsche Mannschaft den nach einer Wüstenzwiebel benannten „Welwitschias“ lediglich zwei verwandelte Straftritte durch Verbinder Christopher Hilsenbeck (US Colomiers & TSV Handschuhsheim) zum 6:36-Halbzeitstand entgegensetzen.

In der zweiten Halbzeit fand die deutsche Mannschaft unter den Augen des namibischen Premierministers Hage Geingob und 3500 Zuschauern im Stadion des Trustco United Club besser in die Partie. Der Lohn des aufopferungsvollen Kampfes waren zwei erhöhte Versuche zum 20:35-Zwischenstand durch Flanker Kehoma Brenner und Gedrängehalb Sean Armstrong (beide Heidelberger Ruderklub), die Hilsenbeck sicher verwandelte. Doch die „Welwitschias“ zeigten sich als das körperlich fittere Team, das in der Verteidigung sicher stand und in der Offensive immer gefährlich agierte. So setzen die Hausherren kurz vor dem Abpfiff mit dem letzten Versuch auch den Schlusspunkt der Partie.

„Namibia war besser organisiert und bestrafte unsere Fehler gnadenlos. Positiv ist für unsere Mannschaft, dass sie gegen einen WM-Teilnehmer viel Erfahrung sammeln konnte“, sagte DRV-Vizepräsident Hans-Joachim Wallenwein (Dossenheim). Diese Erfahrungen könnten sich in der Europameisterschaft 2015 in den Länderspielen gegen die kontinentalen Schwergewichte Georgien, Rumänien, Russland, Portugal und Spanien im Februar und März noch auszahlen. Wallenwein war mit dem Kampfgeist der deutschen Spieler und „der sagenhaften Gastfreundschaft“ in Namibia sehr zufrieden.

Die zehntägige Namibia-Tournee des Nationalteams wurde durch Hauptsponsor „Capri Sonne“ ermöglicht und vom International Rugby Board (IRB) und den Freunden der deutschen Rugby-Nationalmannschaft bezuschusst.

Deutschland: Steffen Liebig (Heidelberger RK) – Mark Sztyndera (SC Frankfurt 1880), Clemens von Grumbkow (HRK), Anjo Buckman (HRK), Marten Strauch (SC Neuenheim) – Christopher Hilsenbeck (U.S. Colomiers), Sean Armstrong (Kapitän, HRK) – Robert Hittel (HRK), Robert May (TV Pforzheim), Kehoma Brenner (HRK) – Benjamin Danso (HRK), Robert Mohr (HRK) – Samy Füchsel (HRK), Mikail Tyumenv (RC Strasbourg), Artur Zeiler (HRK). – Eingewechselt wurden: Christopher Kleebauer (HRK), Marcus Bender (TSV Handschuhsheim), Paul Weiss (SC Neuenheim), Benedikt Scherrer (Heidelberger TV), Ansgar Ruhnau (HRK), Hendrik van der Merwe (HRK), Carlos Soteras-Merz (TV Pforzheim), Tim Menzel (USA Perpignan).

Goldener Rugbyball für Guntram Welzig

deutsch-tschechischen Rugby-Geschichte

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Walter Gebhardts Sonderausstellung zur 80 Jahre währenden deutsch-tschechischen Rugby-Geschichte

Guntram Welzig (Plankstadt), früherer Leiter der Massageschule der Universität Heidelberg und langjähriger Physiotherapeut der deutschen Rugby-Nationalmannschaften, wurde für seine großartigen Verdienste um den Sport mit dem Goldenen Rugbyball, der höchsten Auszeichnung des Deutschen Rugby-Verbandes (DRV), geehrt. Die Ehrung wurde in Verbindung mit einer bewegenden Laudatio während des Charity Dinners der Freunde der deutschen Rugby-Nationalmannschaft am 5. April 2014 im Spiegelsaal der Heidelberger „Molkenkur“ von DRV-Vizepräsident Jürgen Zeiger (Heusenstamm) vorgenommen. Die 55 Gäste beim Charity Dinner erhoben sich von ihren Plätzen und spendeten Guntram Welzig minutenlang Beifall.

Guntram Welzig (72) betreute an Ostern 1972 beim FIRA-Juniorenchampionat der U19-Nationalteams in Rom erstmals eine deutsche Nationalmannschaft und tat dies bis 2013 in jedem Jahr. Man kann also mit Fug und Recht sagen, dass Welzig 41 Jahre lang jeden einzelnen Junioren-Nationalspieler Deutschlands betreut und auch nach schmerzhafteren Verletzungen wieder zum Lachen gebracht hat. Guntram Welzig legte nicht nur in seinem Beruf großen Wert auf eine gründliche Ausbildung seiner Schülerinnen und Schüler (die heute in vielen Rugbyvereinen als Physiotherapeuten tätig sind), sondern erzog auch seine jungen Rugby-Patienten während deren schöner Zeit in der Juniorenauswahl zu Hygiene und sorgsamem Umgang mit den eigenen Körper. Wenn er neue Spieler anvertraut bekam, betrachtete er zunächst deren Fingernägel und Füße; denn es gibt für Hochleistungsrugbyspieler nichts Ärgerlicheres als eingewachsene Fußnägel oder Blasen wegen zu enger Schuhe. Im Laufe der Jahre erwarb sich Guntram Welzig den Ruf als versiertester Medizinmann des europäischen Rugbys, was manchen studierten Mannschaftsarzt neidisch werden ließ, aber auch dazu führte, dass der vormalige FIRA-Präsident Jean-Claude Baqué (Frankreich) Welzig nach 35 EM-Teilnahmen mit der Verdienstplakette der FIRA-A.E.R. auszeichnete.

Die Gäste beim ersten Charity Dinner der Freunde der deutschen Rugby-Nationalmannschaft, unter ihnen Stadtdirektor Gert Bartmann als Repräsentant der Stadt Heidelberg, DRV-Präsident Ian Rawcliffe (Rödermark), die DRV-Vizepräsidenten Hans-Joachim Wallenwein (Dossenheim) und Jürgen Zeiger (Heusenstamm), DRV-Ehrenmitglied Fritz Raupers (Hannover) und dessen Ehefrau Uta sowie Benjamin Danso als Repräsentant der aktuellen deutschen Nationalmannschaft, genossen ein leckeres Menü, ließen sich von dem Pianisten Horst Vettermann gut unterhalten und sahen schließlich einen Film der Deutschen Hochschule für Körperkultur Leipzig aus dem Jahr 1961 über das Friedenspokal-Turnier in Prag, an dem die Nationalteams aus Polen, Tschechien, Rumänien, der Sowjetunion und der DDR teilgenommen haben. Die Gäste aus der Delegationsleitung der Nationalmannschaft Tschechiens, die anderntags in Heidelberg ihr EM-Spiel mit 12:76 verlor, waren freilich zu jung, um die Nationalspieler von damals zu erkennen. Hingegen feierte unser Mitglied Rudolf S. Eberle (87), der beim Charity Dinner die Alterspräsidentschaft übernommen hatte, ein filmisches Wiedersehen mit seinem lange verstorbenen Rugby-Freund Erwin Thiesies (Hennigsdorf), dem damaligen Trainer der DDR-Auswahl.

Unser besonderer Dank gilt Herrn Walter Gebhardt (Herzogenrath), dem Kurator des Deutschen Rugby-Sportmuseums, der zum Charity Dinner eine hübsche Sonderausstellung über die deutsch-tschechische Rugby-Geschichte aufgebaut hatte, die alle Gäste in Staunen versetzte. Historisch Interessierte können den informativen Flyer über diese Ausstellung bei unserem Verein gerne anfordern. Außerdem danken wir unserem Partner Winzergenossenschaft Schriesheim für die vielfältige und wohl schmeckende Unterstützung. Der „SchrieSecco“ eröffnete den Abend auf angenehme Weise. Auch beim EM-Spiel war die Winzergenossenschaft auf charmante Weise im Stadion präsent, wurde der Probier- und Verkaufsstand der edlen Schriesheimer Weine doch von zwei leibhaftigen Weinköniginnen betreut (Weinköniginnen sind hübsche Damen, die sich mit Wein und seinen Folgen auskennen und die man jederzeit küssen darf, für Rugbyspieler also ideale Geschöpfe).

Das Charity Dinner brachte durch den Teilnahmebeitrag aller 55 Gäste und eine Spendensammlung einen Reinerlös von über 2.500,00 Euro, den die Freunde der deutschen Rugby-Nationalmannschaft satzungsgemäß verwenden werden.